Seute Deern: Priorität auf Restaurierung und Erhalt der Bark

Veröffentlicht am 01.09.2019 in Aktuelle Meldung

Allers: „Jede Hand wird gebraucht, alle müssen aus den Kojen“
 

Bremerhaven, 01.09.2019. Einmal mehr hat die Bark „Seute Deern“ in der Nacht zu Sonnabend dramatische Stunden erlebt: Durch den Ausfall von Pumpen kam es zu erheblichen Wassereinbrüchen im Schiff. Dadurch geriet die Bark in Schieflage und sank schließlich auf den Hafengrund. Für Sönke Allers, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtver¬ordnetenversammlung, ist klar: „Jetzt brauchen wir dringend die Einschätzung der Fachleute, wie die Bergung und nachhaltige Sicherung des Schiffes angegangen werden soll. Für uns Sozialdemokraten ist klar, dass auch weiterhin die Priorität auf Restaurierung und Erhalt unseres Wahrzeichen gesetzt wird. Dabei wird jede Hand gebraucht, alle, die jetzt noch ruhen, müssen aus den Kojen.“ Die neue Situation habe den Druck verschärft, nun könne sich niemand mehr wegducken und auf Zeit spielen.
 
Gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt war Sönke Allers noch in der Unglücksnacht vor Ort, um sich ein persönliches Bild von der Lage zu machen: Die SPD-Politiker lobten den einmal mehr umsichtigen Einsatz der Rettungskräfte und dankten den Helferinnen und Helfern von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und der Polizei. Passanten hatten die dramatische Situation erkannt und dankenswerterweise umgehend Alarm geschlagen. Allers sagte, die „Seute Deern“ sei unverzichtbares maritimes Kulturgut und als letzter erhaltener hölzerner Großsegler einmalig: „Was nun zu tun ist für eine Bergung und Sanierung des Schiffes, müssen die Fachleute beantworten. Uns nutzt die augenblicklich gute Wetterlage, aber wir haben den Blick auf Herbst- und Winterstürme, die uns nur wenig Zeit lassen für die Rettung des Schiffes.“ Mit Blick auf die „Sail“ im kommenden Jahr in Bremerhaven mit Dutzenden Segelschiffen aus aller Welt wäre es fatal, wenn es im Land Bremen nicht gelänge, mit der Restaurierung des Schiffes begonnen zu haben.
 
Bei allem Respekt für die Kritiker, die die Restaurierungskosten ins Feld führten, könne man beim Erhalt von Kulturgütern nicht nach dem Kosten-Nutzen-Faktor aufrechnen: „Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche beispielsweise wurde auch kritisiert – heute ist sie aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken und wirkt über ihre Funktion als Sakralbau hinaus identitätsstiftend“, so Allers. Bremerhaven habe keine jahrhundertelange Geschichte, deshalb hätten die vorhandenen historischen Kulturgüter maritimer Prägung eine so große Bedeutung. Dabei spiele es auch keine Rolle, dass das Schiff nicht in Bremerhaven gebaut worden sei: „Wäre das der Maßstab, wären die Hafenbecken Alter und Neuer Hafen bis auf den Bergungsschlepper Seefalken und dem Walfangschiff Rau IX ziemlich leer. Selbst die historische Hansekogge im DSM ist im Bremer Hafengebiet geborgen worden.“ Die von der SPD initiierte Unterschriftenaktion nach dem Brand im Frühjahr habe gezeigt, wie vielen Menschen unserer Stadt „unser Mädchen“ am Herzen liege.
 
Allers sagte, es sei nun wichtig, wie sich das Land Bremen bezüglich der anteiligen Finanzierung der „Seute Deern“ positioniere: „Der Bund hat vorgelegt, Bremerhaven hat durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung die Finanzierung des Konzeptes Sanierung vorgelegt und nun muss auch Bremen ein unmissverständliches Signal geben, wie es mit seinen Kulturgütern im Lande Bremen umzugehen geht.“ Es wäre zu begrüßen, wenn der neue Bremer Bürgermeister und gleichzeitig Regierungschef des Landes Bremen, Andreas Bovenschulte, klarstellten würde, dass ihm Bremerhaven und die hier als Landesschatz beherbergten maritimen Kulturgüter am Herzen liegen. Die neue Koalition in Bremerhaven sieht Allers in der gewachsenen Verantwortung, den eingeschlagenen Weg zur Restaurierung der Bark fortzusetzen. „Auch das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) muss nun schnell und konstruktiv tätig werden. Ich begrüße ausdrücklich, dass die Leitung noch in der Nacht zu Samstag Gutachter beauftragt hat. Die Museumsflotte ist das Aushängeschild des Museums – da kann man drinnen so viele Konzeptionen entwickeln wie man will im Rahmen der Sanierung.“
 
Allers erklärte abschließend, er sei mit dem Bremerhavener SPD-Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt im Dialog, nach Möglichkeiten weiterer Unterstützung des Bundes zu suchen: „Niemand sollte sich aber jetzt zurücklehnen und abwarten. Jeder und jede ist gefordert. Jetzt, in dieser neuen Situation, gilt buchstäblich das in der Seefahrt gängige Wort „All hands on deck“. Bremerhaven hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es zusammensteht, wenn es geboten ist und ich setze darauf, dass es auch dieses Mal wieder so sein wird.“

 

 

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