Brünjes: SPD steht für seriöse akademische Weiterentwicklung

Veröffentlicht am 27.09.2019 in Bürgerschaft

Leher Bildungsprojekt: Keine Machbarkeitsstudie für CDU-Traumtanz

Die SPD-geführte Bremer Koalition hat den Antrag der CDU für die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie zur Gründung einer „Professional school of education“ im Stadtteil Leheabgelehnt. Für die SPD-Fraktion erklärte die wissenschaftspolitische Sprecherin, die Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordnete Janina Brünjes, das CDU-Projekt bringe die Seestadt nicht weiter: „Es ist nicht zielführend, ein Institut zu gründen, dessen Form im Hochschulrecht nicht vorgesehen ist und stattdessen eine Form geschaffen werden müsste, mit der eine umfangreiche Struktur in Gestalt von Fächerangeboten sowie Didaktik geschaffen würde“, sagte die SPD-Politikerin in der Plenardebatte der Bremischen Bürgerschaft am Mittwoch (26.09.2019).

Die Union schütte mit ihrem Antrag das Kind mit dem Bade aus, das Ansinnen verdiene das Prädikat „aus einem Guss“ nicht: „Ideen, die aus einem Guss bestehen, lassen sich mit Stringenz, Geschlossenheit und Einheitlichkeit assoziieren. Der Antrag der CDU steht diesem diametral entgegen“, so Brünjes. Fachlich entstünden – egal in welchem Format – durch die Einrichtung einer Institution für die Ausbildung von Lehrkräften und nichtunterrichtendem Personal in Bremerhavenerhebliche Kosten. „Es ist uns wichtig, jungen Menschen auch in diesem Bereich eine gute Ausbildung zu ermöglichen; das Geld hierfür muss aber gut und nachhaltig investiert werden sowie keine vorhandenen und funktionierenden Strukturen zerschlagen werden“, so die SPD-Politikerin. Es sei der feste Wille der SPD-geführten Koalition im Land Bremen, den Konkurrenzkampf um Professorinnen und Professoren, insbesondere im Bereich der inklusiven Pädagogik, innerhalb eines Landes mit der Universität Bremen entschieden zu verhindern. Weil auch die SPD inklusive Pädagogik sehr wertschätze und ihr eine Zukunftsperspektive entgegenbringe, sei dieses Angebot bereits an der Universität eingerichtet.

Brünjes sagte, die SPD nehme mit Freude zur Kenntnis, dass die Union erkannt habe, wie wichtig das nichtunterrichtende Personal für die Entwicklung junger Menschen sei: „Aus diesem Grund waren wir auch dort bereits aktiv und haben für Bremerhaven konkrete Projekte in diesem Bereich entwickelt. Hierzu gehören die Stipendien für Erzieherinnen und Erzieher und für Lehrkräfte sowie die Einführung der Vergütung von Ausbildungen für soziale Berufe nach dem TVAöD“, so die SPD-Politikerin. Die Gründung eines Instituts sei aus Sicht der SPD auch im Bereich der Forschung nicht notwendig, da sich das ZfLB (Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerausbildung und Bildungsforschung) bereits um diese Belange kümmere.

Auch aus städtebaulicher Sicht sei der Antrag abzulehnen. Der von der CDU angeführte Standort Goethequartier sei eine Gefahr für die Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs des Aufbruchs. „Das Quartier ist geprägt durch den Charme charakteristische Altbauhäuser, kleine Straßen, vereinzelte Gastronomie und Kulturprojekte. Viele Menschen hören in Lehe das Herz Bremerhavens schlagen. Was die Stadtentwicklung erfolgreich werden lässt, ist die Entwicklung von innen heraus – auf eine authentische Art“, so die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Diesem Ansatz widerspreche gravierend die Idee, einen Teil dieses historischen Stadtviertels platt zu machen und mit einem vermeintlichen Leuchtturmprojekt als eingepferchten Neubau zu ersetzen: „Wir als SPD möchten, dass die Wissenschaft und Fachkräfteausbildung eine zukunftsgerechte Perspektive erhält. Dafür muss eine wissenschaftliche Einrichtung wachsen können; sowohl inhaltlich als auch räumlich. Sie benötigt durch die Komponenten aus Wissenschaft, Wohnen und Wirtschaft, um ein erfolgreiches Arbeiten zu ermöglichen“, so Brünjes. Sie sei zuversichtlich, dass Bremerhaven Standorte vorhalten könne, die diesen Kriterien gerecht würden. Die Bremerhavener SPD-Bürgerschaftsabgeordnete bekräftigte, die SPD stehe für eine akademische Weiterentwicklung der Stadt und der Hochschule Bremerhaven. Weil das so sei, sei der Weg, den die CDU vorschlage, allerdings abzulehnen.

 

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